Ausbildungskonzeption

Die zentrale Idee des IPK ist die Verbindung von kunsttherapeutischen Ansätzen mit psychoanalytischer Theorie und Praxis. Begleitet wird diese Ausrichtung von einer fundierten Beschäftigung mit Kunst, Kunstgeschichte und der Übung in künstlerischen Techniken.
An jedem Ausbildungswochenende finden theoretische, praktische und selbstreflexive Veranstaltungen statt.
In einer vierjährigen Ausbildung werden in vertrauter und fester Gruppe (etwa 20 Teilnehmer) die theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten in Psychoanalytischer Kunsttherapie erworben.

Ausbildungsort ist das Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift in Hannover, wo Sie an den Ausbildungswochenenden auch zusammen wohnen und mit Vollpension versorgt werden.

Die Teilnehmer/innen durchlaufen die Ausbildung als feste Gruppe. Sie wohnen und lernen als Gruppe zusammen an jeweils 10 Wochenenden im Jahr im idyllisch gelegenen und verkehrsmäßig gut erreichbaren Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift www.zeb.stephansstift.de

Das gemeinsame Lernen und Wohnen stärkt den Zusammenhalt und ermöglicht anregenden Austausch zwischen den Kurssteilnehmer/innen.
Die Struktur der Ausbildung bleibt im Wesentlichen in den vier Jahren gleich, so dass immer mehrere Einheiten der unterschiedlichen Disziplinen an einem Ausbildungswochenende stattfinden: Theorie und Methodik der Psychotherapie und Psychoanalyse, Kunsttherapiemethodik, bildende Kunst (praktisch und theoretisch), sowie kunsttherapeutische Selbsterfahrung in einer festen Gruppe.

Die stabilen Strukturen der Ausbildung und die festen Gruppen sowie der feste Dozentenstamm schaffen einen zuverlässigen, übersichtlichen und vertrauten Rahmen, der Sicherheit und Raum zur persönlichen Weiterentwicklung gewährt.
Die persönliche Bezogenheit der Lehrenden untereinander und auch zwischen Studierenden und Lehrenden ermöglicht es, für auftretende Probleme individuelle Lösungen zu finden.

Alle Lehrenden sind hauptberuflich in therapeutischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen tätig. Dadurch sind Praxisnähe und Aktualität gewährleistet.

Was ist Psychoanalytische Kunsttherapie?

"Kunsttherapie vertraut auf die heilende Wirkung der Kunst.

Durch spontanes Gestalten finden unbewusste Inhalte einen Ausdruck und können bewusst gemacht und verarbeitet werden. Im Ringen um die adäquate Form sowie einem angemessenen Umgang mit dem Material erfährt das Ich Stützung. Das Gefühl persönlicher Identität und Reifungsprozesse werden gefördert." (Elisabeth Wellendorf, Gründerin des IPK Hannover)

Psychoanalytische Kunsttherapie arbeitet mit den Mitteln der Kunst vor dem Hintergrund einer psychoanalytischen Sicht auf den Menschen: Der Mensch wird als konflikthaftes Wesen gesehen, dessen Seelenleben sich wesentlich aus dem Unbewussten speist. Ein kindlicher Konflikt, der häufig ins Unbewusste verdrängt wird, entsteht aus dem Widerspruch zwischen dem Bedürfnis nach Eigenständigkeit und dem Bedürfnis nach Verbundenheit. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hatte den Traum als „Königsweg“ zum Unbewussten bezeichnet. Die psychoanalytische Kunsttherapie nutzt das spontane Gestalten von Bildern, das traumähnliche Qualitäten haben kann, in ähnlicher Weise. Im bildnerischen Tun kann der Mensch sich als eigenständiger Schöpfer seines Bildes erleben und gleichzeitig die nährende Wirkung des Bildes als ein Gegenüber erfahren, das ihm etwas zurückgibt. So ermöglicht gerade die Kunsttherapie häufig eine Klärung und Versöhnung von inneren Widersprüchen. Das "Ich" erfährt im Produktionsprozess der künstlerischen Gestaltung Einsicht, Stärkung und Reifung.

Ausdrucksmalen wird von uns als eine Spezialform der psychoanalytischen Kunsttherapie verstanden. Ausdrucksmalen ist ein begleiteter Malprozess, bei dem großformatig mit hochwertiger Gouachefarbe ohne Themenvorgabe gearbeitet wird. Beim Malen an der Malwand entstehen die Bilder aus der Großmotorik, was den Zugang zu im Körpergedächtnis gespeicherten Erlebnissen ermöglicht. Dieses Malen aus der Bewegung heraus in Kombination mit den leuchtenden Farben ermöglicht sinnliche, nährende Erfahrungen und das Erlebnis großer Selbstwirksamkeit.