Referenzen
Liebe Interessierte an der Kunsttherapieausbildung im IPK Hannover,
um es gleich vorweg zu nehmen: „Ich würde es wieder tun!“
Obwohl ich in der Nähe von Potsdam wohne, habe ich mich im Herbst 2000 für die Ausbildung in Hannover entschieden, weil mir die besondere Atmosphäre und der persönliche Umgang schon beim ersten Auswahlwochenende gut gefielen. Für mich als zweifache Mutter war es dazu noch wichtig, wirklich weg von zu Hause zu sein. So konnte ich völlig in die Wochenenden „abtauchen“ und musste nicht überlegen, ob ich abends noch schnell nach Hause fahre.
Die Mischung und regelmäßige Wiederkehr von psychoanalytischer Theorie, Selbsterfahrung, Kunst- und Methodikunterricht an jedem Wochenende hat mir besonders gefallen. So wurde es nie langweilig.
Manchmal waren wir etwas ungeduldig, endlich konkrete Methoden, Vorgaben und „Tipps“ zu bekommen, wie man Kunsttherapie „richtig“ macht… Aber gerade das wurde von den Dozenten und Dozentinnen sehr zurückhaltend gehandhabt. Hauptsächlich in den Selbsterfahrungsseminaren haben wir exemplarische dazu gearbeitet und es damit „am eigenen Leib“ erfahren. Das Ergebnis dieser Haltung aber war, dass Jede/r am Ende der Ausbildung ihren/seinen eigenen Stil finden konnte und in gewisser Weise auch „musste“. Aus heutiger Sicht finde ich das gut, denn ich habe mich manches „getraut“, das ich bei engeren Vorgaben sicher nicht ausprobiert hätte.
Neben den Unterrichtseinheiten war auch das besondere Erleben mit einer Gruppe, die sich über vier Jahre intensiv kennenlernt, eine Bereicherung für mich. Oft haben wir noch abends und nachts zusammengesessen, weiterdiskutiert, gespielt oder Pläne geschmiedet… Deshalb würde mich auch immer wieder für das Übernachten im Stephansstift entscheiden.
Was mir im Nachhinein gefehlt hat, war eine gut strukturierte Übersicht in Psychopathologie. Deshalb habe ich im Anschluss an die Ausbildung noch zusätzlich die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie beim Gesundheitsamt abgelegt, die zur Folge hatte, dass ich das , was ich anbiete, tatsächlich auch „Therapie“ nennen durfte. Einige von uns haben diese Prüfung schon parallel zur Ausbildung gemacht, was sicher eine gute Idee ist, wenn man es zeitlich und finanziell schafft.
Was hat mir die Ausbildung gebracht?
Zunächst erst einmal die Freude, mich mit Themen in Ruhe zu befassen, die ich (fast) alle spannend fand.
Durch die Selbsterfahrung und die begleitende Eigentherapie habe ich persönlich ein seelisches Wachstum erlebt, das ich so vorher nicht erwartet hatte. Schon das alleine wäre ein guter Grund für die Ausbildung gewesen.
Die berufliche Identität (beispielsweise nicht mehr zu sagen: „Ich mache eine Kunsttherapieausbildung“, sondern: „Ich bin Kunsttherapeutin!“) kam erst sehr langsam ab der 2. Ausbildungshälfte durch die Praktika in Gang. Die Hauptarbeit daran aber begann nach Ausbildungsende, als ich mich über Flyer, Homepage etc. versucht habe, zu profilieren und herauszufinden, was ich überhaupt anbieten will und kann. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen und erfordert immer wieder Geduld und Frustrationstoleranz…
Zur Arbeitssituation im Anschluss: Es gibt hier im Raum Berlin/ Potsdam viele KunsttherapeutInnen, aber wenige Arbeitsstellen und noch weniger KlientInnen, die bereit sind, für eine solche Leistung, die nicht kassenfähig ist, privat zu bezahlen. So bekomme ich über meine Homepage deutlich mehr Praktikumsanfragen von Ausbildungskanditatinnen, als von Therapieanfragen von Klientinnen. Da ich mich auf die Themen Kinderwunsch und Behandlung rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft spezialisiert habe, ist es mir über die Jahre doch gelungen, immer wieder mal Einzeltherapien durchzuführen. Dafür miete ich mir dann Räume, die ich pro Stunde bezahle, so dass ich keine dauerhafte Miete bezahlen muss. Über Kontakte zu Kliniken kommt es aber auch immer mal wieder zu anderen Schwerpunkten, wie z.B. im vergangenen Jahr die Arbeit mit Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie. Aus den Erfahrungen der letzten 6 Jahre heraus habe ich mich entschlossen, noch einmal eine einjährige Weiterbildung in Psychotraumatologie zu absolvieren, die sehr gut zu den kunsttherapeutischen Methoden passt. Ich bin froh, dass ich eine halbe Stelle in meinem ersten Beruf als Erziehungswissenschaftlerin habe, die es mir ermöglicht, mir die nebenberufliche selbständige Arbeit als Kunsttherapeutin „leisten zu können“ und nicht darauf angewiesen zu sein, davon zu leben…
Mein Fazit: Ich habe in den letzten 10 Jahren die Kunsttherapie in der Praxis schätzen gelernt als sanfte und zugleich sehr wirksame Art, seelisches Gleichgewicht zu fördern und Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen zu können. Die Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich nicht mehr darauf verzichten möchte, als Kunsttherapeutin tätig zu sein! In diesem Sinne wünsche ich eine gute Entscheidungsfindung und bin fast ein bisschen neidisch auf alle, die diese tolle Ausbildung beginnen werden
Martina-Petra Drachenberg,
www.innere-landschaften.de
1992-1996 habe ich am IPK die Weiterbildung gemacht. Ich blicke immer noch sehr gerne und mit Dankbarkeit auf diese vier Jahre zurück. Am bedeutsamsten erscheinen mir dabei die vielen persönlichen Begegnungen mit den Dozenten und meinen Kollegen gewesen zu sein. Manche der in der Theorie und den Selbsterfahrungswochen vermittelten Interventionstechniken setzte ich weiterhin in meiner kunsttherapeutischen Praxis ein. Wichtig war für mich die Methodenvielfalt in Theorie und Praxis und die Offenheit des Dozententeams gegenüber neuen therapeutischen Ansätzen. Am Ende der vier Jahre fühlte ich mich gut "gerüstet" für die kunsttherapeutische Arbeit und fühle mich dem IPK innerlich weiterhin verbunden.
Dirk Beckedorf,
www.drbeckedorf.de
Als ich die Homepage aufrief und dort die Bildergalerie öffnete, überkam mich beim Gruppenbild "Baum" ein wenig nostalgische Rührung: Das war in meiner Gruppe gemalt worden, und ich fand "mein Bild im Bild".
Und damit bin ich schon bei einem Teil meiner Erfahrungen: Ich habe in einem neuen, nämlich im kunsttherapeutischen, Zusammenhang erlebt, mich als Individuum zu "zeigen" und von Anderen Gesehen zu werden. Auch meinen Anteil an einem Ganzen: Vielleicht nicht ganz "perfekt" passend an allen Nahtstellen – sozusagen "mit Haken und Ösen", und doch ist gleichzeitig das, was ich gebe, ein guter, richtiger und wichtiger Teil des "Lebens-Bildes". Anders gesagt: Authentizität, verbunden mit Reflexionen über Nähe und Distanz, ganz "wie im echten Leben". Und dies ganz bewusst im Kreis anderer Auszubildender zu erleben, ist etwas Neues, Besonderes für mich gewesen.
Und das Mal-Tagebuch! Eine sehr wichtige und tiefgreifende Erfahrung für mich: Etwas zu tun, was klar von mir erwartet wird, keiner prüft es aber nach – Tagebücher sind schließlich sehr "intim"! Es ist meine ureigene Verantwortung, wie ich es führe – und o b ich es führe! Und es hat mir sehr viel gebracht – im wirklichen Sinn von "bringen". Nämlich als ich in einer schwierigen gesundheitlichen Situation war – eine urplötzliche Hüftoperation überfiel mich – war mir mein Maltagebuch eine große Unterstützung. Es ging ums Wiedererlangen meiner Fassung, um so zuversichtlich wie möglich meine Heilkräfte mobilisieren zu können.
Ein Drittes, ganz besonders Wichtiges: Ihr habt sehr genau darauf geachtet, dass die als Voraussetzung verbindliche vierjährige ausbildungsbegleitende Eigentherapie bei niedergelassenen Psychotherapeuten am Heimatort im höchsten Maße ernst genommen wird, unabhängig von jemals gemachten Therapien, Analysen oder Selbsterfahrungen. Denn die sehr vielfältige Ausbildung zum kunsttherapeutischen Arbeiten ist ein völlig eigener und neuer Prozess, begleitet von unerwarteten und gelegentlich sehr überraschenden "Begegnungen" mit sich selbst.
Eure Klarheit und strenge Sorgfalt habe ich als fürsorglich für uns Auszubildende und unsere zukünftigen Klienten empfunden. Ich bin sehr dankbar dafür!
Mit herzlichen Grüßen, Ibo Gauter











