Was ist Psychoanalytische Kunsttherapie?

"Kunsttherapie vertraut auf die heilende Wirkung der Kunst.
Durch spontanes Gestalten finden unbewusste Inhalte einen Ausdruck und können bewusst gemacht und verarbeitet werden.
Im Ringen um die adäquate Form sowie einem angemessenen Umgang mit dem Material erfährt das Ich Stützung. Das Gefühl persönlicher Identität und Reifungsprozesse werden gefördert." (Elisabeth Wellendorf, Gründerin des IPK Hannover)

Psychoanalytische Kunsttherapie arbeitet mit den Mitteln der Kunst vor dem Hintergrund einer psychoanalytischen Sicht auf den Menschen: Der Mensch wird als konflikthaftes Wesen gesehen, dessen Seelenleben sich wesentlich aus dem Unbewussten speist. Ein kindlicher Konflikt, der häufig ins Unbewusste verdrängt wird, entsteht aus dem Widerspruch zwischen dem Bedürfnis nach Eigenständigkeit und dem Bedürfnis nach Verbundenheit.
Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hatte den Traum als „Königsweg“ zum Unbewussten bezeichnet. Die psychoanalytische Kunsttherapie nutzt das spontane Gestalten von Bildern, das traumähnliche Qualitäten haben kann, in ähnlicher Weise.
Im bildnerischen Tun kann der Mensch sich als eigenständiger Schöpfer seines Bildes erleben und gleichzeitig die nährende Wirkung des Bildes als ein Gegenüber erfahren, das ihm etwas zurückgibt. So ermöglicht gerade die Kunsttherapie häufig eine Klärung und Versöhnung von inneren Widersprüchen.
Das "Ich" erfährt im Produktionsprozess der künstlerischen Gestaltung Einsicht, Stärkung und Reifung.

Ausdrucksmalen wird von uns als eine Spezialform der psychoanalytischen Kunsttherapie verstanden. Ausdrucksmalen ist ein begleiteter Malprozess, bei dem großformatig mit hochwertiger Gouachefarbe ohne Themenvorgabe gearbeitet wird. Beim Malen an der Malwand entstehen die Bilder aus der Großmotorik, was den Zugang zu im Körpergedächtnis gespeicherten Erlebnissen ermöglicht. Dieses Malen aus der Bewegung heraus in Kombination mit den leuchtenden Farben ermöglicht sinnliche, nährende Erfahrungen und das Erlebnis großer Selbstwirksamkeit.

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